Ein Besuch lohnt sich.
Nachhaltig. Kulturell. Informativ

"Nebel im August"

Tivoli Achern, 19 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung Tivoli Achern und Förderkreis Forum Illenau e.V.

 

Ein Film über die sog. Euthanasie im Dritten Reich.

 

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Ausgezeichnet mit dem Bayrischen Filmpreis beste Regie, Preisträger „Friedenspreis des deutschen Films – Die Brücke“.

 

Das Drama "Nebel im August" erzählt so eindringlich wie zurückhaltend die Geschichte des Jungen Ernst Lossa (Ivo Pietzcker), der 1944 in einer "Heilanstalt" ermordet wurde. Geboren 1929 in Augsburg, gehörte er den Jenischen an, einer Bevölkerungsgruppe, die von den Nationalsozialisten als "Zigeuner" verfolgt wurden. Lossas Mutter ist tot, der Vater ohne festen Wohnsitz und so wird der Junge weitergereicht, von Heim zu Heim, bis er schließlich im Mai 1943 in die Heilanstalt Irsee in der Nähe von Kaufbeuren verlegt wird. Dort stirbt Lossa im August 1944 durch eine Giftspritze. 

Der Regisseur Kai Wessel hat sich der Biografie des Jungen angenommen und daraus einen eindrucksvollen Film gemacht, der sich auf die Wirkung seiner bewusst unspektakulären Bilder verlässt. Die Perversität des Systems Euthanasie erschließt sich ohne Erklärung. In regelmäßigen Abständen werden Insassen von Irsee in Bussen in eine Tötungsanstalt abtransportiert. Als das für Unruhe sorgt, wird die Marschroute geändert: keine Abtransporte mehr, stattdessen sollen die Kranken direkt vor Ort "erlöst" werden. Lossa als ein aufgeweckter Junge durchschaut das System und musste deswegen sterben, wobei selbst das Ende des Films mit großer Zurückhaltung inszeniert ist. 

 

1940 wurden 254 Patientinnen und Patienten der Illenau im Rahmen der sog. Euthanasieaktion in Grafeneck ermordet.