Ein Besuch lohnt sich.
Nachhaltig. Kulturell. Informativ

Die national-sozialistischen Schulen der Illenau von 1940 – 1945

Atelier der Illenauwerkstätten, 20.00 Uhr

Dr. Arnulf Moser, Konstanz
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Historischen Verein Achern.

 

Pressetext zur Veranstaltung:

 

Nationalsozialistische Schulen in der Illenau 1940-1945

Dr. Arnulf Moser

 

Zu den Arbeitsgebieten des Konstanzer Historikers Dr. Arnulf Moser gehören die süddeutschen Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napolas), die Eliteschulen des Dritten Reiches. Im Jahre 1943 zog eine der wenigen Mädchen-Napolas von der Illenau nach Hegne am Bodensee um, so dass auch die Illenau in sein Blickfeld rückte. Dort war nach der Räumung der Heil- und Pflegeanstalt 1940 zuerst eine Reichsschule für Volksdeutsche eröffnet worden, eine Schule für Südtiroler Mädchen, deren Eltern nach Deutschland oder Österreich auswandern wollten. Für die Jungen aus Südtirol wurde in Rufach im besetzten Elsaß ebenso eine Schule eröffnet, gleichfalls in einer ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt. Ein dunkler Schatten fällt auf die Mädchenschule, weil ihr etwa 50 polnische Mädchen in ein gesondertes Gebäude zugewiesen wurden. Sie wurden zur Germanisierung aus Polen verschleppt und später in deutsche Familien weitergereicht. Erstmals wird auch die Geschichte der erst 1943 in der Illenau gegründeten Napola für Jungen geschildert, die bei Kriegsende in eine chaotische Flucht Richtung Bodensee mündete. Mit dieser Mischung aus Volkstumspolitik und Elitedenken missbrauchten die Nationalsozialisten die Illenau als ein wichtiges Experimentierfeld ihrer Schulpolitik im Zweiten Weltkrieg.