Die Illenau.
Gestern. Heute. Morgen.

Illenau gestern

Der Direktor des Heidelberger Irrenhauses, Dr. Christian F. Roller, stellt 1831 die Ergebnisse einer Studienreise zu fortschrittlichen Irrenanstalten vor und entwickelt aus seiner gründlichen Überprüfung aller Aspekte – von der Beleuchtung bis zu therapeutischen Einrichtungen – die Konzeption für eine badische Heil- und Pflegeanstalt. Mit dem Architekten Hans Voss kann er sie von 1837 an verwirklichen und zieht 1842 mit den Heidelberger Patienten um. 

Roller propagiert die Verbindung von Heil- und Pflegeanstalt und verhilft diesem Anstaltstyp zum Durchbruch. Für etwa drei Jahrzehnte ist die Illenau eine Musteranstalt, die vielerorts nachgeahmt wird. Zahlreiche Psychiater aus dem In- und Ausland lassen sich hier bei Besuchen inspirieren. 

Dem dritten Direktor, Dr. Heinrich Schüle, gelingt es, um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die Illenau zeitgemäß zu renovieren, den Anschluss an die medizinische Forschung herzustellen und die Attraktivität für Privatpatienten zu erhalten. Auch unter seinen Nachfolgern behält die Illenau ihren Sonderstatus unter den nunmehr fünf badischen Irrenanstalten. 

1940 wird die Anstalt aufgelöst, und in der sogenannten Aktion T4 wird aufgrund eines Führerbefehls ein Drittel der Patienten zumeist in Grafeneck ermordet. In das Gebäude zieht eine Reichsschule für Südtiroler Mädchen ein, zeitweise auch eine Napola für Mädchen und 1943 eine Napola für Jungen. Der Lebensborn bringt hier über 50 aus Polen geraubte Mädchen unter. 

Nach 1945 ist im Illenau-Areal das Kommando der französischen Luftwaffe auf deutschem Boden, außerdem ein Sektor der Überwachung der Luftwaffen des Warschauer Pakts und eine Offiziersschule für das Zusammenwirken von Luft- und Bodenstreitkräften. 

 

Illenau heute

Mit dem Abzug der französischen Streitkräfte als Folge der Wiedervereinigung steht das Gebäudeensemble leer. Die Stadt Achern erwirbt die Immobilie und stellt sich zusammen mit der Bürgerinitiative „Zukunft der Illenau“ der Aufgabe einer Revitalisierung. 

Inzwischen sind mehr als 30 Mio. € investiert worden. In dem klassizistischen Hauptgebäude und seinen späteren Erweiterungen finden die Kommunalverwaltung, Kreisbehörden, aber auch Wohnungen Platz. Der Festsaal ist durch ergänzende Ausbauten zu einem beliebten Treffpunkt geworden. 

Als besonders bemerkenswertes Zeugnis bürgerschaftlichen Engagements sind die Illenauer Werkstätten, das Illenauer Arkaden Museum mit dem Bistro entstanden.

 

Illenau morgen

Der Förderkreis Forum Illenau e.V. wird auch die weitere Entwicklung unterstützend begleiten. Das gilt zunächst für den Betrieb des Illenau Arkaden Museums und die damit verbundenen Aktivitäten sowie für weitere Publikationen zur Geschichte der Illenau.